„Elle“ will den Jeansshorts-Trend nicht

Screenshot Elle

Das Modemagazin Elle lehnt den Trend Strumpfhosen zu Jeansshorts ab.

Gerade haben die einen Modeexperten vorhergesagt, dass im Sommer Strumpfhosen in Kombination mit Jeansshorts zum Trend werden, da kommen schon die anderen, die diesen Trend zum „No-Go“ erklären. In diesem Fall ist es das Modemagazin Elle. Der begleitende Text ist, ohne dass die Autorin Eva Harmeling es zu merken scheint, Realsatire. So fragt Harmeling beispielsweise: „Muss das, was vor etwa zehn Jahren schon einmal Modetrend war, jetzt wirklich zurückkommen?“ Dabei übersieht sie ganz offensichtlich, dass die gesamte Modebranche, zu der auch Elle gehört, davon lebt, dass Trends sich immer wiederholen. Wäre das nicht der Fall, bräuchte man irgendwann keine Modemedien mehr, die genau über die (wiederkehrenden) Trends berichten. Ich bin gespannt, wann die erste, von eine Elle-Redakteurin angehimmelte „Fashionista“ oder „Influencerin“ in Strumpfhose und Jeans-Shorts auftaucht – um dann zum neuen top-angesagten Trend erklärt zu werden. Dass sich ein und dasselbe Medium innerhalb weniger Tage oder Wochen inhaltlich komplett wiederspricht, wäre gerade in der Modeindustrie nichts wirklich Neues.

Lustig ist auch die Begründung, warum die Autorin den Trend zu Strumpfhose und Jeansshorts nicht mitmachen will: „Entweder es ist warm genug für eine Jeans-Shorts oder eben nicht.“ Diesem Argument liegt offensichtlich die Annahme zugrunde, dass es nur ein Art von Strumpfhosen gibt. Dabei ist doch vollkommen klar, dass, allein bezogen auf die Temperatur, eine 8-DEN-Sommerfeinstrumpfhose einen vollkommen anderen Effekt hat als ein blickdichtes 80-DEN-Modell. Außerdem unterstellt diese Aussage, dass Frauen Strumpfhosen ausschließlich aus Gründen der Temperatur anziehen. Aber gibt es denn nicht auch Frauen, die gern ihre Beine zeigen oder mit dem Tragen von Strumpfhosen zu Jeansshorts eine bestimmte Wirkung bei anderen Menschen erzielen wollen? Und schließlich, folgt man dem schlauen Hinweis der Autorin, eine ganze Modekategorie übeflüssig, nämlich alles, was den Begriff „Übergang“ im Namen trägt. Das hat schon Mario Barth vor Jahren beim Thema Übergangsjacke festgestellt.

 


 

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