Politiker entfacht Diskussion über Strumpfhosen

Strumpfhosen Symbolbild

Strumpfhosen Symbolbild

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat seinen Untertanen mit Blick auf die Kältewelle den Rat gegeben, lange Unterhosen zu tragen. Er hat damit dort, wo die Meldung veröffentlicht wurde und kommentiert werden konnte, eine kontroverse Diskussion entfacht, in der es auch um das Tragen von Strumpfhosen geht. Die vielfach als Alternative zu langen Unterhosen oder sogar als zusätzliches Kleidungsstück ins Spiel gebracht wurden. Spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem es darum geht, dass auch Männer Strumpfhosen als Kälteschutz tragen können, gleiten die Inhalte der Diskussionsbeiträge wieder ins Unterirdische ab. Es ist nahezu unglaublich, wie vorurteilsbeladen auch im Jahr 2018 noch über dieses Thema diskutiert werden kann.

Deshalb an dieser Stelle nochmals: Männer, die bei Kälte Strumpfhosen anziehen, sind weder schwul noch Weicheier, sondern denken einfach nur praktisch. Strumpfhosen sind nun einmal variantenreicher und können viel besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden als lange Unterhosen, Lauf- oder Radfahrtights oder was auch immer. Wem dünne Feinstrumpfhosen reichen, soll die anziehen, wer lieber auf dicke Baumwollmodelle zurückgreift, soll das machen.

Eine lange Unterhose wird durch Fußteile zur Strumpfhose. Durch diese wenigen Zentimeter zusätzlichen Stoff soll sich der Typus eines Mannes oder seine sexuelle Orientierung ändern? Geht’s noch? Außerdem haben Strumpfhosen den Vorteil, dass sie keinen Wulst bilden, dort, wo sich Socken und Unterhosen überschneiden. Wer sich unmännlich fühlt, wenn er eine Strumpfhose anziehen soll, oder von der Natur mit einem Gorillaartigen Fell an den Beinen ausgestattet wurde, der soll es doch einfach lassen. Und sich stattdessen Gedanken machen, woher die innere Abneigung gegen dieses äußerst praktische Kleidungsstück kommt. Zur Not helfen Psychologen dabei, die Ursachen zu finden.

 


 

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