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„Metoo“ – einmal nicht als Anklage-Hashtag

Vier braune Strumpfhosen

Für viele Modejournalistinnen sind hautfarbene Strumpfhosen solange eine Modesünde, bis sie von Influencerinnen getragen werden.

Die meisten, die den Begriff  lesen, denken hoffentlich an die Bewegung gegen sexuelle Belästigung und Gewalt gegenüber Frauen, die seit Mitte Oktober 2017 als Hashtag um die Welt geht. Das ist gut so. Aber der Begriff ist viel älter. Er bezeichnet schlicht das, was er übersetzt bedeutet: Ich auch (oder: wir auch). „Metoo“ findet sich zum Beispiel seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Einführung von Nachahmer-Produkten. Das sind erfolgreiche Dinge, die ein anderer als der Originalhersteller oder -anbieter komplett oder in wesentlichen Eigenschaften kopiert und ebenfalls auf den Markt bringt. Auch in der Modebranche findet man „Metoo“. Einmal in Form von Kleidungsstücken, ein anderes Mal in der Form von Meinungen. Die besonders häufig von jungen Modejournalistinnen vertreten werden, die sich an den sogenannten – oder sich selbst so nennenden – Influencerinnen orientieren; oder ebenso gern an Adligen. Da agiert man dann gern einmal nach dem Motto „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“. Die eigene Meinung dreht sich ins Gegenteil. Eben weil eine ach so erfolgreiche Instagramerin oder Youtuberin oder Prinzessin oder Wasauchimmerin plötzlich genau diese Meinung öffentlich vertritt.

Die eigene Meinung passt sich an

Leser finden dann zum Beispiel in einem Text einen Satz wie „Hautfarbene Strumpfhosen passen einfach zu jedem Outfit“. Wenige Monate später heißt es dann aber, zugegebenermaßen an anderer Stelle, hautfarbene Strumpfhosen seien ein Styling-Fehler. Auch weiße Strumpfhosen sind für das eine Magazin ein hässlicher Modetrend, während ein anderes Magazin ihnen 2019 sogar Kultstatus einräumt. Dem Modemagazin instyle.de gelingt die „Metoo“-Wende sogar in einem einzigen Beitrag: In der Überschrift sind weiße Strumpfhosen ein „hässlicher Modetrend“. Im Text zeigt man die Influencerin Emili Sindlev in einem solchen Kleidungsstück. Und plötzlich heißt es: „Mit raffinierten Kombis und coolen Styling-Tricks sieht dann eben selbst die weiße Strumpfhose irgendwann mega cool aus“.

 


 

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