Installation mit 93 Nylonstrumpfhosen

Installation „Europs Frauen 2019“ von Christine Wehe Bamberger

„Europas Frauen 2019“ heißt die neue Installation mit 93 Nylonstrumpfhosen von Christine Wehe Bamberger.

93 Nylonstrumpfhosen, Glasperlen, neun Granitsteine und eine Europalette sind die Materialien der neuen Installation „Europas Frauen“ von Christine Wehe Bamberger. Zu sehen ist das Kunstprojekt an den kommenden drei Sonntagen (11., 18. und 25. August 2019, jeweils von 14–18 Uhr) in der Scheune des Atelierhauses Altes Gut in 97633 Herbstadt (Schulzengasse 1). Die Installation ist Teil der Gemeinschaftsausstellung „Lebe Liebe“ mit Edeltraud Klement. Die Zahl 93 der verwendeten Strumpfhosen, die mit Perlen und Stickerein verziert und – als vollführten sie einen Spagat – quer durch den Raum gespannt werden, ergibt sich aus dem Austellungsmotto und der Zuordnung von Zahlenwerten zu den Buchstaben des Alphabets (A = 1, B = 2 usw.).

(Schwarze) Feinstrumpfhosen sind für Wehe Bamberger seit vielen Jahren ein fester Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit. Das erste „Europas Frauen“-Projekt mit diesem Material wurde 2005 bei einem Symposium in Rumänien verwirklicht. Dort lernten sich die beiden Künstlerinnen  auch kennen. Die damalige Entscheidung für den dünnen Stoff begründet Wehe Bamberger so: „Ich wählte als Material Nylonstrumpfhosen für meine Installation, da sie für deutsche und rumänische Frauen die gleiche Bedeutung hatten. In beiden Ländern waren und sind es die Frauen, die den Spagat schaffen müssen zwischen der Realität der Ernährerin und dem Traum von Selbstverwirklichung.“

Feinstrumpfhosen seien extrem elastisch und dehnbar. Andererseits reagierten sie auf grobe Handhabung sehr empfindlich mit Laufmaschen. Da sie heute in Deutschland ein billiges Kleidungsstück ist, wird sie, wenn sie kaputt ist, nicht mehr repariert sondern weggeworfen. „Europas Frauen 2019“ stehe für alle Frauen, die weiterhin den Spagat wagen zwischen Ost- und Westeuropa. Einige arbeiten zum Beispiel freiwillig als Kranken- und Altenpflegerinnen in Westeuropa, andere meist unfreiwillig als Prostituierte. „Wer berichtet von denen, ,die abhanden kommen‘ oder vielleicht ,weggeworfen‘ werden?“, fragt die Künslerin.

 


 

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