Haben Strumpfhosen und Bienen etwas gemeinsam?

Screenshot Strumpfhosen und Bienen

Ein besonsers absurdes Beispiel dafür, dass die Strumpfhose als Leseanreiz dient.

Haben Strumpfhosen und Bienen etwas gemeinsam? Natürlich nicht, werden die meisten Leser dieser Zeilen spontan denken. Recht haben sie. Trotzdem greife ich das Thema auf. Warum? Nun, ich habe es hier schon des öfteren geschrieben: Vor allem die Mitarbeiter von Lokalredaktionen setzen das Wort Strumpfhose gern als Leseanreiz in den Titel eines Beitrags, der ansonsten vermutlich nur einen winzigen Bruchteil der Leser interessieren würde. Ein weiteres und besonders absurdes Beispiel ist der Beitrag „Welche Rolle spielt die Strumpfhose bei den Bienen?“ von Günther Geiling, erschienen in der Lokalausgabe Haßberge online der Main-Post. Thema des Beitrags ist ein Vortragsabend des Imkervereins Kirchlauter und Umgebung. Es dauert lange, bis der Leser das Wort Strumpfhose im Fließtext findet. Genauer gesagt bis zum vorletzten Absatz eines insgesamt über 2.800 Zeichen (das entspricht rund 1,75 A4 Seiten) langen Elaborats. Dort erfährt man schließlich, dass Bienen-Fachwart Rudi-Hölzer den interessierten Zuhörern Geräte und Techniken zur Wachsgewinnung sowie zur Reinigung und Klärung des Wachses vorstellte, „wobei Damenstrumpfhosen eine wichtige Rolle spielten“.

Darüber wie diese Rolle genau aussieht, lässt sich der Autor dann aber nicht weiter aus. Es bleibt also der Fantasie des Lesers überlassen, ob Damenstrumpfhosen zur Wachsgewinnung, Reinigung oder Klärung benutzt werden. Auf jeden Fall unterstreicht Geiling aber meine Anfangsfeststellung, dass Strumpfhosen und Bienen nichts vereint. Denn wenn überhaupt, dann besteht ein Bezug zum Honig oder zum Imker, nicht aber zu den Bienen. Es bleibt also wie gehabt: Hat er die Chance, langweilige Inhalte durch das Wort Strumpfhose aufzupeppen, dann lässt sich ein Lokalredakteur diese nicht engehen – so sinnlos es auch sein mag.

 


 

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